Die Geschichte des Bärenzwingers

Der Bärenzwinger

Der heutige Gasthof „Bären“, dessen Erbauung auf ca 1450 datiert wird, war bis zum Jahre 1568 als Grafenhaus im Besitz der Grafen von Württemberg und wurde damals an Privat verkauft.

Herzog Christoph von Württemberg (gest. 1568) hatte große Freude an wilden Bären, die er im Bären-Zwinger hielt.

Auch in späteren Jahren wurden diese Tiere noch gehalten und so trug sich 1763 die Geschichte mit dem Bären Achmed zu, der ausbrach und den unterirdischen Gang, der damals den Bärenkeller mit dem Schloss verband, im Löwensaal des Schlosses erschien und die Ballgäste Herzog Karl Alexanders erschreckte.

Der Page von Gemmingen trat ihm mit einer brennenden Fackel entgegen und trieb den Bären in den Zwinger zurück.

Im Jahre 1450 erbaute der Pfalzgraf von Tübingen das Wasserschlösschen außerhalb der Stadtmauer. Anno 1535 dann übernahm Herzog Ulrich von Württemberg das Schlösschen, er war bekannt als Liebhaber von wilden Tieren. So hielt er sich – ob zum Schutz oder zur Zier – im damaligen Stadtgraben, der den Bärenturm mit dem Schlösschen verband, Bären und Luchse.

Sicherlich gab’s für die exotischen Gäste vor Böblingen Stadtmauern auch einen Zwinger, den daher rührt der Name „Bären-Zwinger“.

Auslöser für die 1983 in Angriff genommene Restaurierung nach den damals modernen Gesichtspunkten war ein Brand der Jahre zuvor, der eine Entscheidung über die Zukunft des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes erforderte. Nicht zuletzt auch der in den nächsten Jahren auslaufende Pachtvertrag mit dem Jahn-Konzern und die Bereitschaft von Michael Bauer das Haus zu übernehmen, waren ausschlaggebend für neue Pläne.

 

Architekt Paul Nagel aus Sindelfingen entwarf die Fachwerksplanung und war auch für die Gestaltung der „Zwinger-Weinstube“ verantwortlich, deren Stuck-Gewölbe von 1953 erhalten wurde, ebenso das Gebälkgerüst aus der Entstehungszeit. Neu war damals (1983) ein Oma-Stüble, das sich dem Gewölbe anschließt und vom Stil her ebenso an alte „Bären“-Tradition erinnert.

Die Entwicklungsgeschichte wie Standuhr, Bufett und kunstvoll verzierter Gusseiserner Ofen sind Originale jener Zeit.

In den traditionsreichen Rahmen passt auch das übrige Interieur. So wurde zur Verstärkung einer tragenden Wand ein Steinquader von 1245 eingefügt.

Und die Zugangstür zum Zwinger sowie einem Nebengelaß stammen – streng in des Namens wahrster Bedeutung – aus einem ehemaligen Gefängnis Mitter der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Original selbstverständlich – deshalb auch Luke und Beschläge.